Wissenswertes über weitmensurierte Metallblasinstrumente

Flügelhorn, Althorn, Tenorhorn, Bariton, Euphonium. Alle diese Instrumente gehören zu den weitmensurierten Metallblasinstrumenten und werden hauptsächlich in Blasorchestern eingesetzt.

Geschichte der Bügelhörner in Kurzfassung

Die Entwicklung zu den Kornetten und den sogenannten Bügel- oder Pseudohörnern geht auf die Jahre zwischen 1820 bis 1830 zurück, als man Signaltrompeten und Posthörner mit einem, zwei und endlich drei Ventilen ausstattete. Bei den ersten Flügelhörnern orientierte man sich dabei an den Formen der Klappentrompeten bzw. Klappenhörnern. Mit dem Entstehen und dem Aufleben der Kultur der Blasorchester in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erkannte man die Vorteile weicher und sich im Zusammenklang gut mischender Instrumente. So baute man weitmensurierte Instrumente sozusagen zu einer Familie, also in den vier oder auch fünf Stimmlagen (Flügelhorn, Althorn, Tenorhorn, Bariton und Tuba) aus.

Familie der Hörner

Instrument Tonumfang erklingt eine
Flügelhorn in B 3 Ventile ab e  große Sekunde tiefer als notiert
Flügelhorn in B 4 Ventile ab H  große Sekunde tiefer als notiert
Althorn in Es ab A  große Sexte tiefer als notiert
Tenorhorn in B 3 Ventile ab E  große None tiefer als notiert
Tenorhorn in B 4 Ventile ab H1  große None tiefer als notiert
Bariton (Euph.) in B 3 V. ab E  große None tiefer als notiert
Bariton (Euph.) in B 4 V. ab H1 große None tiefer als notiert

 

Flügelhorn, Althorn, Tenorhorn werden im Violinschlüssel, Baritone und Euphonien im Bassschlüssel notiert.

Bauweisen und Bestandteile der Bügelhörner

Alle Bügelhörner werden in den zwei unterschiedlichen Bauweisen gefertigt:
1) mit Drehventilen (auch Deutsche Ventile oder Zylinderventile genannt)
Sogenannte Deutsche Konzertflügelhörner haben eine weite Bohrung
2) mit Pumpventilen (auch Périnetventile genannt)
Diese Instrumente haben eine engere Bohrung und damit auch einen engeren Mundstückschaft als
Flügelhörner mit Drehventilen.
Flügelhörner haben insgesamt ein wesentlich weiteres, konisches Rohr als Trompeten. Dadurch ist ihr
Klang weich und mischt sich besonders gut im Zusammenspiel. Die hohe Lage ist dagegen eher schwer
und unsicher zu blasen.

Deshalb wird das Flügelhorn in der klassischen Literatur als reines Soloinstrument nicht gefordert. Das Flügelhorn ist aber melodieführendes Instrument der Blasorchester. Im sinfonischen Bereich ist es selten zu hören.

Mundstücke für Flügelhörner sind durchschnittlich tiefer als Trompetenmundstücke. Sie haben einen eher
trichterförmigen Kessel. Da Flügelhörner verschiedene Eingangsmensuren haben können, müssen die
Mundstück-Schäfte (Deutscher Schaft wie bei Trompete, Amerikanischer Schaft dünner) auch
unterschiedlich weit sein.

Stimmzug:
Im Unterschied zur Trompete hat das Flügelhorn wegen seines durchgehenden Konus keinen
Hauptstimmzug, sondern wird durch Ein- oder Ausschieben und Feststellen einer Schraube mit dem
Mundrohr (Fachausdruck: Gluppenzug) gestimmt. Dieses Mundrohr kann, je nach Modell, mit einer engen
Eingangsmensur (Amerikanische Mensur) oder der Eingangsmensur der Trompete (Deutsche Mensur)
versehen sein.
Da Flügelhörner den Trompeten in der sonstigen Bauweise sehr ähnlich sind, siehe auch Bauweisen und
Bestandteile der Trompeten.

Das Althorn
Das Althorn, ebenfalls ein Instrument der Blasorchester, steht meist in Es, selten in F. Es wird in drei
verschiedenen Formen hergestellt:

Waldhornform: mit Drehventilen (linksgriffig oder rechtsgriffig)
Links- oder rechtsgriffig: Althörner in Waldhornform können auf Wunsch links- oder rechtsgriffig gebaut
werden.

Ovale Form: (wie kleines, ovales Tenorhorn) heute nur noch in böhmischen Blasorchestern gebräuchlich
(eher selten).

Tubaform: meist mit Pumpventilen (internationale Hersteller, z.B. YAMAHA)

Das Tenorhorn
Bekannteste Bauform ist die ovale Bauart mit Drehventilen.

Das Bariton
Bekannteste Bauform ist die ovale Bauart mit Drehventilen. Die Instrumente sind weiter gebaut als
Tenorhörner und heutzutage im Normalfall mit 4 Ventilen ausgestattet. Das Bellfront-Bariton hat einen
nach vorne geneigten Schallbecher und ist mit 4 Perinet-Ventilen (ebenfalls nach vorne gekippt = Front-
Action Maschine) ausgestattet.

Das Euphonium
Euphonien werden immer in Tubaform mit drei oder vier Pumpventilen gebaut. Obwohl sie klanglich dem
Bariton sehr ähnlich sind, muss man sie als eigenständige Instrumente einordnen.
Das vierte Ventil muss in diesem Falle nicht erstrangig als Quartventil angesehen werden. Euphonien der
gehobenen Preisklasse sind zusätzlich mit einem sogenannten Kompensationssystem ausgestattet. Die
Züge der einzelnen Ventile sind je Ventil auf die Gesamtlänge des Instruments berechnet. Werden nun
Griffkombinationen (z.B. 1+3) verwendet, ist die Stimmung des Instruments zu hoch, da nur ein Ventil im
Verhältnis zur Gesamtlänge stimmt, nicht aber mehrere. Ein Instrument mit Kompensationssystem verfügt
im Maschinenbereich über zusätzliche „Bögen“ die diesen Längenverlust „kompensieren“. Dadurch ist die
Intonation auch bei Griffkombinationen einwandfrei!

Bekannte Hersteller von Bügelhörnern

Es handelt sich bei dieser Angabe um Metallblasinstrumentenhersteller, die sich besonders auf die
Herstellung von Bügelhörnern spezialisiert haben:

*Alexander Kühnl & Hoyer Cerveny Melton
B&S Miraphone Yamaha VMI

 

Die mit * gekennzeichneten Hersteller sind kleine Manufakturen, die ihre Instrumente nur per Direktvertrieb verkaufen.

 

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