Wissenswertes über das Saxophon

Das Saxophon spielte viele Jahrzehnte hindurch eher eine zweitrangige Rolle. Die Bedeutung, die Saxophone heute in der Musik haben, verdanken sie besonders dem Jazz, genauer gesagt, den Musikern der New Orleans-Zeit. Sie empfanden um die Jahre 1910 -1930 das Saxophon mit seiner klanglichen Vielseitigkeit als ideal für ihre Improvisationen und musikalischen Vorstellungen.

Geschichte des Saxophons in Kurzfassung

Saxophone haben ihren Namen von ihrem Erfinder Adolphe Sax (1814 - 1894). Die Geburtsjahre dieser Instrumente, die als eine Mischung aus Klarinetten (Tonerzeugung), Oboen (konische Bohrung) und weitmensurierten Metallblasinstrumenten (Material) bezeichnet werden könnten, datiert man auf die Jahre 1841 - 43, in denen Adolphe Sax in Brüssel die ersten Instrumente baute. Fünf Jahre später meldete er sein Saxophon in Paris zum Patent an. Die Verwandschaft zur Klarinette ist am engsten, weshalb das gänzlich aus Metall gebaute Instrument eindeutig zu den Holzblasinstrumenten zu zählen ist. Nicht sofort und überall wurde seinerzeit das neue Instrument begeistert aufgenommen. Doch viele Komponisten fanden alsbald Gefallen an ihm und setzten es mit seinen klanglichen Variationsmöglichkeiten ein.

 

 

Familie der Saxophone

Instrument Tonumfang erklingt eine...
Es-Sopranino-Saxophon c-b kleine Terz höher als notiert
B-Sopran-Saxophon as-e große Sekunde tiefer als notiert
Es-Alt-Saxophon c-b große Sexte tiefer als notiert
B-Tenor-Saxophon As-es große None tiefer als notiert
Es-Bariton-Saxophon C-a 1 Oktave und große Sexte tiefer a. n.
B-Bass-Saxophon As1-d 2 Oktaven und große Sekunde tiefer a. n.
Es-Kontra-Bass-Saxophon C1-a 2 Oktaven und große Sexte tiefer a. n.

 

Alle Saxophone sind transponierende Instrumente. Sie werden alle, einschließlich des Baß- und
Kontrabaß-Saxophons, im Violinschlüssel notiert.
Saxophone zählen in heutiger Zeit mit zu den beliebtesten Musikinstrumenten. Es liegt daran, dass sie einerseits das Image haben, sehr moderne, sehr jugendliche Instrumente zu sein. Saxophone gehören zu den leicht zu spielenden und verhältnismäßig schnell zu erlernenden Blasinstrumenten.

Bauweisen und Bestandteile der Saxophone

Die Tonerzeugung durch ein Einfach-Rohrblatt auf einem Schnabelmundstück funktioniert genau wie bei der Klarinette. Die Verwandschaft zu dieser älteren Familie ist also eng, weshalb man die gänzlich aus Metall gebauten Saxophone ja auch eindeutig zu den Holzblasinstrumenten zählt.

Das Sopranino- und das Sopransaxophon gibt es in gerader und in gebogener Form. Das hängt in erster Linie mit der Länge der Rohre und der Gewichtsverteilung zusammen. Tatsächlich wäre es akustisch besser, alle, also auch die größeren Tenor-, Bariton- und Bass-Saxophone mit einem geraden Rohr zu versehen. Das wäre jedoch aufgrund der begrenzten Körpergröße der Bläser nicht möglich!

Das Saxophon besteht aus:

  • Mundstück: (auch Schnabel genannt), mit Ligatur oder Klammer, Blatt und Schutzkapsel
  • S-Bogen: (auch Schwanenhals genannt), mit Oktavklappe, hat bei jeder Saxophongröße eine
  • etwas verschiedene Form und fehlt bei Sopraninosaxophonen und einfachen Sopransaxophonen.
  • Korpus mit Schalltrichter: (auch Becher) und der darauf montierten Mechanik.

 

Wie entsteht ein Ton bei Saxophonen

Ein Rohrblatt aus der speziellen Schilfart arundo donax wird mit einer Klammer über der Öffnung an der Unterseite eines Schnabelmundstücks befestigt. Durch die Luft des Bläsers wird das Rohrblatt in regelmäßige Schwingungen versetzt, die wiederum die Luftsäule im Saxophon zum Schwingen bringen. Für Mundstücke mit weiter Bahn verwendet man häufig weiche Blätter (Stärken: 1 - 2 1/2), für Mundstücke mit enger Bahn härtere Blätter (Stärken: 3 - 5). Saxophone überblasen in die 2. Oktave und nicht, wie Klarinetten, in die 3. Oktave.

Metalle und andere Materialien für die Herstellung von Saxophonen

  • Saxophonblatt aus Schilfrohr (lat.: arundo donax), Fiberglas
  • Mundstück aus Kautschuk oder Metall-Legierung, auch gelegentlich Sterling-Silber
  • S-Bogen aus Messing, Goldmessing, Rotmessing, Kupfer, Sterling-Silber
  • Korpus und Schallbecher aus Messing, Goldmessing, Rotmessing, Neusilber, Kupfer, Sterling-Silber
  • Mechanik aus Messing, Neusilber, vermessingt, vernickelt, versilbert, selten auch vergoldet
  • Messing MS 72 hat einen Kupferanteil von 72 % (DIN: CuZn 28)*
  • Goldmessing MS 85 hat einen Kupferanteil von 85 % (DIN: CuZn 15)*
  • Rotmessing MS 96 hat einen Kupferanteil von 96 % (DIN: CuZn 4)*
  • Neusilber ist eine Legierung aus Kupfer, Zink und Nickel (DIN: CuNi 18 Zn 20)
  • Silber es wird die Legierung Sterling-Silber 900, 925 oder 950 verwendet

 

Im Gegensatz zu den anderen Holzblasinstrumenten ist das Metall bei Saxophonen mitentscheidend für die Klangeigenschaft und Klangqualität. Je höher der Kupferanteil ist, desto weicher klingt das Saxophon.

Was für ein Metall ist Goldmessing?
So nennt man vergütetes Messing, eine optisch mehr rötlich-golden aussehende Legierung. Der Anteil des Kupfers ist in diesem Fall hoch (Kupferanteil 85%), womit ein weicher, samtener Klang ermöglicht wird. Nicht zuletzt ist die rötliche Farbe des Goldmessings auch ein optisches Erkennungsmerkmal für eine besonders gute Qualität und damit ja auch wieder für den Wert des Instruments. Generell ist zu sagen je weicher das Korpusmaterial des Instruments, desto wärmer der Klang! So ist Sterling Silber weicher als Rotmessing, Rotmessing weicher als Goldmessing, Goldmessing weicher als Messing. Am härtesten ist Neusilber. Ein weicher warmer Ton wird eher im klassischen Bereich bevorzugt, während moderne Musik und im Jazz-Bereich eher härtere Materialien gewünscht werden. Die Saxophon-Mechaniken sind im Normalfall aus normalem Messing-Material. Die Oberfläche war früher klarlackiert, die Mechanik vernickelt. Heute sind die meisten Instrumente goldlackiert was klanglich Vorteile hat. Daneben gibt es weitere Formen der Oberflächenverarbeitung: versilberte, vergoldete, schwarz-vernickelte, schwarz-lackierte Instrumente.

Welches Saxophon wird normalerweise gespielt?

Beherrscht ein Saxophonist sein Instrument, so kann er grundsätzlich auch alle anderen Größen von Saxophonen spielen. Jeder Bläser sollte zunächst seine Klangvorstellung unter den verschiedenen Möglichkeiten finden. Bei Kindern und Jugendlichen spielt natürlich auch noch die Körpergröße eine Rolle. Es ist daher kaum ratsam, einen Jungen oder ein Mädchen von 10 Jahren für ein Bariton-Saxophon zu interessieren.
Das B-Sopransaxophon ist wegen kleiner Auflagen und einer sehr komplizierten Herstellung meist noch verhältnismäßig teuer. Entscheidet man sich für dieses Instrument, so ist zu empfehlen, die gerade und nicht die S-förmige Bauweise zu wählen, da die Intonation der gebogenen Sopransaxophone oft etwas zu wünschen übrig lässt. Hochwertige Modelle haben zwei S-Bogen, einen geraden und einen leicht gebogenen. Man kann damit wählen, wie bzw. in welchem Winkel man das Saxophon beim Spielen halten will.
Das Es-Altsaxophon ist das gebräuchlichste Lern- und Schulinstrument. Die meisten Konzerte, die Kammermusiken und Sonaten der ernsten Musik sind dafür komponiert. Natürlich hat das Altsax auch im Jazz und in der gesamten Tanz- und Unterhaltungsmusik eine wichtige Funktion. Es ist dort häufig das melodieführende Instrument.
Das B-Tenor-Saxophon ist ebenfalls sehr gebräuchlich. Für einen schon kräftigeren oder etwas älteren Schüler ist es als Anfänger-Instrument genauso geeignet wie das Altsaxophon. Es findet in allen Stilrichtungen Verwendung, sowohl als Solo- als auch als Ensemble-Instrument. Wer als Saxophonist in einer kleinen Band mitwirken will, sollte sich für das Tenorsaxophon entscheiden, denn es bildet dort das musikalische Bindeglied zwischen den Melodieinstrumenten und der Baß- und Rhythmusgruppe in den kleineren Combo-Besetzungen. Aber auch die namhaften Saxophonsolisten spielen bevorzugt das Tenorsaxophon. Man sagt ihm nach, dass es das am leichtesten zu blasende Musikinstrument überhaupt ist und dass sich damit ein Erfolgserlebnis in der Regel in kurzer Frist einstellt. Das Es-Baritonsaxophon ist wieder ein eher selten geblasenes Instrument mit einem sehr sonoren, eindrucksvollen Klang. Seine Domäne ist das Solo im Jazz. Im Sinfonieorchester hört man es selten. Das B-Bass-Saxophon kann als ausgesprochen selten bezeichnet werden. Sein gewaltiges Gewicht, sein stolzer Anschaffungspreis und die seltenen Einsatzmöglichkeiten dürften die Gründe dafür sein.

Qualitätsmerkmale bei Saxophonen

Saxophone werden meist in größeren Betrieben hergestellt. Man kann in der Regel davon ausgehen, dass die angebotenen Modelle durchdacht konstruiert und sorgfältig ausgeführt sind. Trotzdem sind das Know-how, die Erfahrung des Herstellers nicht außer acht zu lassen. Unterschiede in der Qualität bestehen zunächst durch die verwendeten Metalle bzw. Legierungen (Messing, Goldmessing, Kupfer, selten auch Silber) und deren Herstellung. Weiter beeinflusst die Qualität, wie und aus welchem Material die Mechanik produziert ist. Auch hier wird zwischen Stanz- und Gussverfahren unterschieden.
Bei Saxophonen bevorzugt man für die Beschichtung des Körpers und der Mechanik einen guten
Einbrennlack (heutzutage Goldlack). Versilberte Instrumente sehen anfänglich zwar besonders schön aus, leiden aber unter Umwelteinflüssen und werden zwischen den Mechanik- und Klappenteilen meist matt oder schwarz.

Saxophonmundstücke

Saxophonmundstücke werden aus Kautschuk, Ebonit, Acryl (= Plexiglas), Kristallglas und verschiedenen Metallen hergestellt. Die Wahl des Mundstücks ist wichtig, aber nicht mit klaren Regeln zu beschreiben. Als Faustregel kann gelten, dass kurze Bahnen einen eher scharfen, spitzen Klang erzeugen, mittlere und längere Bahnen einen weichen, dunklen Ton. Kindern sollte man allerdings noch keine langen Bahnen geben, da sie schwerer zu blasen sind. Auch die Materialien haben wegen der verschiedenen Oberflächen-Beschaffenheiten unterschiedliche Klangeigenschaften. So klingen Mundstück aus Kautschuk weicher und sind eher für den Einsatz im Orchester geeignet. Metallmundstücke klingen schärfer und aggressiver. Sie finden häufig im Jazz und Big-Band Bereich Verwendung.

 

 

Bekannte Mundstück-Hersteller:

Berg Larson, Claude Lakey, Dave Guardala, Otto Link, Meyer USA, Pomarico, Peter Ponzol, Rico, Ernst Schreiber, Selmer, Strathon, Vandoren, Yamaha, Yanagisawa, Zinner.

Blätter-Marken:

Glotin, La Voz, Rico Royal, Hemke, Steuer, Vandoren u. a.

Bekannte Saxophon-Hersteller

Amati Boston Buffet Crampon Conn
Dixon * Jupiter * J. Keilwerth King
* Roy Benson * Selmer Paris * Selmer USA * Yamaha
* Yanagisawa      

 

Die mit * gekennzeichneten Marken spielen auch heute noch eine Rolle.

Tags: Saxophon
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